Was ist achtsame Körperarbeit?
Die achtsame Körperarbeit ist für mich mehr als eine Massage. Es geht um bewusste Berührung, um Präsenz, darum, der Klientin/dem Klienten aktiv zuzuhören. Es geht nicht nur um das, was vor oder nach der Massage gesprochen wird, sondern auch darum, während der Massage auf den Körper zu hören - darauf, was in dem Moment energetisch, physisch und psychisch passiert.
Ich möchte direkt mit einem Zitat von Mariell Kiebgis beginnen, die zu Ihrem Beruf als Körpertherapeutin sagt: „Ich lausche mit all meinen Sinnen in den Raum zwischen der von mir gegeben Berührung und der vom Empfänger aufgenommenen Berührung. In diesem Raum spielt sich eine ganze Welt der Aufmerksamkeit ab.“
Diesen Worten kann ich nur zustimmen. Es geht nicht allein um die Massage. Es geht darum, in der Massage auch Raum zu schaffen, für die Emotionen und Gefühle, die aufkommen können. Es geht darum, den Menschen während der Massage ganzheitlich und bewusst zu berühren. Mit voller Präsenz.
Berührung ist etwas Essenzielles in der achtsamen Körperarbeit. Schon zu Beginn des Lebens, wo direkt nach der Geburt das Neugeborene erstmals mit Berührung in Kontakt kommt, zeigt sich, wie bedeutend Berührung ist. Studien haben gezeigt, wie wichtig Berührung und Nähe für Neugeborene sind, um zu überleben. Durch diese Berührungen am Anfang des Lebens entstehen im Gehirn neue wichtige Nervenverbindungen. Dieser Prozess dauert bis ins hohe Alter und zeigt, dass die Wichtigkeit von Berührungen ein ganzes Leben lang anhält. Laut Humanwissenschaftler Ashley Montagu ist die Berührung die Grundlage für menschliches Zusammenleben in der Gesellschaft. Leider haben in den vergangenen zwei Jahren viele Menschen aufgrund von wachsender Isolation an Berührungsmangel gelitten. Das drückt sich sowohl emotional und psychisch, als auch körperlich aus. Studien zufolge führt ein Mangel an Berührung bei Menschen zu einem schwächeren Immunsystem, höherem Stresslevel und geringerer Leistungsfähigkeit. Sie sind dafür aggressiver und fühlen sich generell einsamer.
Genauso wie ein Mangel an Berührung krank machen kann, ist eine bewusste, aufmerksame Berührung in der Lage, den Menschen wieder mit sich selbst in Kontakt zu bringen und sich wieder in seinem Körper wohl zu fühlen. Der unmittelbare Nervenreiz und die Begegnung, die einer bewussten Berührung innewohnt, lassen uns präsent werden und helfen uns im Hier und Jetzt zu sein. Wie schon oben erwähnte Massage- und Körpertherapeutin Mariell Kiebgis betont, bedarf es bei dieser "Kommunikation ohne Worte" der Präsenz und der Zustimmung beider Seiten: "Nur wer sich berühren lässt, kann berühren und ist bereit, sich ohne das Hilfswerk der Sprache zu verständigen."
Der Unterschied zur anderen Massagen
Während die wohlwollende, bewusste Berührung in jedem Fall wohltuend und auch heilsam sein kann, unterscheiden sich die verschiedenen Formen der Körperarbeit nicht nur in ihrer Ausführung, sondern auch in ihrem jeweiligen Fokus. Die Wellnessmassage beispielsweise zielt vor allem darauf ab, für Entspannung zu sorgen. Sie arbeitet mit dem Parasympathikus und kann zu einer erholsamen Entspannung führen. Im Gegensatz dazu liegt der Fokus der medizinischen Massage auf der gezielten Arbeit an strukturellen physischen Problemen und kann in ihrem Prozess oft schmerzhaft sein. Bei der Physiotherapie handelt es sich idealerweise weniger um Massagen, als um einen aktiven Heilungsprozess, bei dem der Patient selbst gezielt mitarbeitet. Sie hat vorwiegend die Rehabilitation von Kraft und Beweglichkeit zum Ziel.
Dieses sind sehr grob vereinfachte Definitionen, die nur den Aspekt der Massage berücksichtigen, ohne den individuellen Faktor des einzelnen Therapeuten oder der Therapeutin mit Ihren Qualifikationen und Philosophien mit einzubinden.
Bei der achtsamen Körperarbeit liegt der Fokus auf einem ganzheitlichen Ansatz. Auf dem Bewusstsein für den Menschen mit seinen körperlichen und emotionalen Themen. Ich gehe dabei über rein strukturellen Ansatz hinaus und biete meinem Klienten einen Raum, in dem auch die emotionalen Themen Platz haben. Ich bin mir bewusst, wie sehr Körper und Geist miteinander verbunden sind, daher dürfen bei der Massage die Emotionen und aktuellen Gefühlen, die durch die Berührung an die Oberfläche gelangen da sein und müssen vom (Massage-)Therapeuten gehalten werden können. Für mich ist es wichtig, dass die Klient*in spürt, dass ich den Raum halten kann, sodass sie sich wahrlich fallen lassen kann. Mit allem, was da ist. So kann sie loslassen, körperlich und psychisch. In der achtsamen Körperarbeit darf man all seinen Empfindungen freien Lauf lassen - darum lade ich meine Klient*innen ein, ruhig zu weinen, oder zu lachen, wenn Ihnen danach ist. Ich lade meine Klienten dazu ein, sich wahrhaftig berühren zu lassen und zu erforschen und zu erleben, was da ist.
Massage oder achtsame Körperarbeit?
Man könnte ganz vereinfacht sagen. Die achtsame Körperarbeit ist eine Massage. Das wäre erstmal richtig. Und doch würde man den essenziellen signifikanten Unterschied zu einer Wellnessmassage oder medizinischen Massage außer Acht lassen. Denn wie wir schon wissen, ist achtsame Körperarbeit eine Massage, bei der der Körper und die Gefühle des Klienten im Mittelpunkt stehen. Die Massage wird bewusst und achtsam durchgeführt, sodass der Klient die Berührungen voll und ganz spüren kann. Es geht darum, in den Körper einzutauchen und loszulassen, zuzuhören und ein tiefes Gefühl der Entspannung und des Wohlbefindens zu erleben.
Die Basis meiner Körperarbeit sind die Rebalancing Körpertherapie und die Thai-Massage Therapie. Meine Arbeit beruht daher auf der Tiefengewebsmassage, welche tiefe langsame kräftige Striche beinhaltet, aber auch dynamische Anteile hat. Auf der intuitiven Massage, wo ich dem Körper zuhöre, wo er gerade berührt werden möchte, mit sanften Strichen oder durch der Methode Joint-Release wieder Bewegung in den Körper gebracht wird. Durch eine schöne Methode namens Conscious Touch, wird durch bewusste Berührung, durch Halten dem Körper wieder Nähe und Ruhe geschenkt, wo er sich fallen lassen kann.
In der Achtsamen Körperarbeit biete ich die klassischen Massagen wie die beliebte Schulter-Nacken-Massage, die Entspannungsmassage und die Tiefengewebsmassage an. Die Tiefengewebsmassage ist praktisch das, was einer medizinischen Massage am nächsten kommt, nur dass wir hier nicht therapieren.
Warum achtsame Körperarbeit?
“Kümmere Dich um Deinen Körper- es ist der einzige Ort, den Du zum Leben hast.“
Diesen Worten von Jim Rohn, ein amerikanischer Unternehmer und Motivationsredner (1930-2009), kann ich nur zustimmen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich um den Körper zu kümmern. Neben viel Bewegung, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf, gehört für mich auch die Beziehung zum eigenen Körper dazu. Sich in seiner Haut wohlzufühlen und eine gesunde Beziehung mit sich selbst zu führen. Dazu gehören mentale und körperliche Gesundheit.
Hierzu können wir die achtsame Körperarbeit nutzen, um durch die Berührung neben der wohltuenden Entspannung (Beruhigung des Nervensystems) nicht nur körperliche Verspannungen zu lösen, sondern auch innere Verspannungen oder Blockaden wahrzunehmen, anzunehmen und loszulassen. Die achtsame Körperarbeit arbeitet auf vielen Ebenen. Erlebe es einfach selbst. ➯ Buche hier direkt Deine erste Session.
Was ist der Unterschied zur psychodynamischen Körperarbeit?
Die Achtsame Körperarbeit ist eine Art der Massage, bei der Du bewusst in den Moment eintauchst und Deinen Körper wahrnimmst. Du kannst entspannen und loslassen. Sie schenkt Dir und Deinem Körper die Aufmerksamkeit, die ihr verdient. Es ist eine eher passive Arbeit, bei der Du als Klient*in durch die Massage, die Anleitung auf die Atmung zu achten und dem sicheren Raum, dass alles, was in dem Moment da ist, auch da sein darf, wahrhaftig körperliche und mentale Entspannung erfahren kannst.
Die psychodynamische Körperarbeit baut auf der achtsamen Körperarbeit auf. Hier tauchen wir noch tiefer in Deine Gefühle ein. Begegnen bewusst inneren Blockaden und arbeiten an Deinen Themen, mit denen Du zur Session kommt, oder die während der Arbeit auftauchen. Es ist mehr ein therapeutischer Kontext, mehr Coaching. Du lernst, Deine Gefühle zu verstehen und Deine Emotionen auszudrücken.
➯ Erfahre mehr über diese wunderschöne ganzheitliche Methode in meinem Blogbeitrag: “Psychodynamische Körperarbeit - Ein wertvoller Begleiter in der persönlichen Entwicklung”